Pferdegestützte Trauerbegleitung ist eine nachhaltige Möglichkeit, Trauernden in ihrem sehr persönlichen
und emotionalen Prozess zur Seite zu stehen.
Die Pferde unterstützen dabei in besonderer Weise als Kraftgeber, Ruhepol und Spiegel der Emotionen.
Was macht Pferde so wertvoll für die Trauerbegleitung?
Pferde sind gleichermaßen kraftvoll und sanft und dadurch faszinierende, ja fast magisch anmutende Tiere.
Als Flucht- und Herdentiere sind sie ausgestattet mit einer sensiblen Wahrnehmung. Ihr Hör-, Seh-, Riech- und Tastvermögen macht sie zu hoch aufmerksamen Lebenswesen.
Pferde kommunizieren meistens nonverbal und reagieren sensitiv auf die kleinsten körpersprachlichen Signale.
Wie können uns die Pferde in der Trauer unterstützen?
Pferde begegnen uns offen und interessiert. Pferde lesen uns, ohne dass wir uns erklären müssen. Das macht es den Trauernden leichter, da ihnen oft die passenden Worte fehlen um ihre Gefühle auszudrücken. Pferde werten nicht. Sie akzeptieren und nehmen uns so wie wir sind. Durch diese vorurteilsfreie Begegnung sind Übungen mit dem Tier oft leichter als mit einem Menschen. Der Trauernde wird ohne beurteilt zu werden angenommen. Das eigene Selbstwertgefühl wird gestärkt.
In der Nähe eines Pferdes zu sein kann Trauer aktivieren. Pferde zeigen unsere wahren Gefühle an, Gefühle, die ein Trauernder in der schweren Zeit der Trauer selbst oft nicht wahrnehmen kann. Das Pferd passt sein Verhalten in Bruchteilen von Sekunden an und gibt Feedback auf Veränderungen in der emotionalen Befindlichkeit des Menschen. Das Pferd ist ein ehrlicher Spiegel für unsere unbewusste Verfassung.
Das Zusammensein mit einem Pferd, es zu berühren oder sich anzulehnen, spendet Trost und gibt Kraft. Es bietet uns im wahrsten Sinne des Wortes seine starke Schulter an. Der kuschelige Körperkontakt löst Wohlfühlhormone im Körper des Menschen aus. Pferde fangen auf, schenken Wärme und Geborgenheit und bringen uns auch schon mal zum Lachen. Diese Kombination hat eine entspannende Wirkung. Die Herzfrequenz sinkt, die Stresshormone sinken, man wird ruhiger, Ängste lassen nach und die Muskeln entspannen sich.
Bei dem Pferd kann der Trauernde ganz im Hier und Jetzt sein. Er bekommt Zeit und Raum zu trauern, zu reflektieren und um sich selbst zu spüren. In diesem Raum kann der Trauernde ganz für sich sein. Er kann über sich nachdenken, über seine Ziele und über die Zukunft. Die Zeit in diesem geschützten Raum stabilisiert den Menschen, denn er bekommt die Gelegenheit über Dinge zu reflektieren wofür sonst die Zeit fehlt. In solchen Ruhephasen entstehen oft neue, gute Idee. Trauer kann angenommen, verarbeitet und langsam in neue Kraft verwandelt werden.